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Die Geschichte |
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Wenn Anfang November die Gemüse- und Obststände vom Hauptmarkt wegziehen und Handwerker die vorerst schmucklosen,
braunen Buden mit Geklopfe und Gehämmer aufbauen, kann sich der Nürnberger schon mal rechtzeitig innerlich
wappnen vor dem großen Sturm. Am Freitag vor dem ersten Advent wird Nürnbergs vorweihnachtliches Spektakel,
namens Christkindlesmarkt eröffnet.
Diese vorweihnachtliche Verkaufsmesse läßt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Historiker nennen derzeit jedoch das Jahr 1628 als ersten Nachweis des Marktes, da es aus diesem Jahr ein eindeutiges Zeugnis gibt: Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz, die das Germanische Nationalmuseum besitzt, wurde die mit schwarzer Tinte bemalte Inschrift gefunden "Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628." Die Schachtel mit originalem Inhalt gilt derzeit als der älteste Nachweis. Aus dem Jahr 1737 gibt eine Liste Hinweise auf die Marktbeschicker. Sie zeigt, daß fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten sind. 140 Personen waren damals berechtigt, Waren anzubieten. 1998 stehen auf dem Christkindlesmarkt 190 Verkaufsstände, die von 200 Marktbeschickern betrieben werden. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verlor der Markt an Bedeutung, während ihm 1933 eine besonders verklärend romantische Note verliehen wurde mit einem neuen Zeremoniell, bei dem ein Rauschgoldengel einen Prolog spricht, Kinderchöre singen und Kirchenglocken läuten. Der Prolog wurde von dem Dramaturgen Friedrich Bröger, dem Sohn des Arbeiterdichters Karl Bröger geschrieben. Der Text, wie auch das Eröffnungszeremoniell sind nahezu unverändert. |
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